Fachtag: (Stationär) Zuhause, ein sicherer Ort oder (nur) auf der Durchreise? Die Bremer (stationäre) Jugendhilfe bewegt sich

An welchen Stellen gelingt es der stationären Jugendhilfe, Kindern und Jugendlichen ein Zuhause zu geben? Und wenn es nicht gelingt? Wie flexibel ist das System der stationären Jugendhilfe?

Wir wollen uns in der Veranstaltung mit diesen Fragen auseinandersetzen, die Herausforderungen des Alltags in stationären Einrichtungen und Pflegefamilien beleuchten und Ideen für die Weiterentwicklung erarbeiten.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Arbeit mit der Zielgruppe der besonders herausfordernden Kinder und Jugendlichen.

Der Fachtag findet digital und in Präsenz statt.

Die Anmeldung erfolgt an das LidiceHaus über unten stehendes Kontaktformular. Bitte geben Sie bei der Anmeldung Ihren Namen und die Einrichtung, die Sie vertreten sowie Ihre Workshopwünsche (Erst- und Zweitwunsch) an.

Inhaltliche Fragen zur Veranstaltung richten Sie bitte an JUDIT BÁN (Senatorische Behörde für Soziales, Jugend, Integration und Sport)


PROGRAMM

Teil 1: Online 

8:30–09:00 Uhr
Ankommen und Anmeldung

9:00 Uhr
Begrüßung durch die Moderation
Grußworte: 
Senatorin Anja Stahmann (Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport)
Timon Grönert (Jugendamtsleitung Bremen)

09:30 Uhr
Online Fachvortrag mit anschließender Austauschrunde
(Was) hilft uns Fallverstehen (eigentlich)?
Prof. Dr. Dipl.-Päd. Werner Freigang

11:00 Uhr
Online-Fachvortrag mit anschließender Austauschrunde
Gelingensfaktoren in der Arbeit mit jungen Menschen mit besonders herausforderndem Verhalten (Prof. Dr. phil. habil. Menno Baumann)

12:30 Uhr
Mittagspause

Teil 2: Präsenz und Online

13:30- 15:15 Uhr
Workshops in Präsenz

15:30 – 16:15 Uhr
Zusammenfassung der Workshopergebnisse - online

16:15 Uhr
Schlusswort und Ausblick - online

16:30 Uhr
Ende der Veranstaltung

 

WORKSHOPS

Am Nachmittag finden verschiedene Workshopangebote in Präsenz statt. Bitte beachten Sie, dass es für jeden Workshop einen anderen Ort gibt. Dieser wird Ihnen nach erfolgreicher Anmeldung mitgeteilt.

Sie haben die Möglichkeit, bereits zwischen 08:30 – 9:00 Uhr in Ihren ausgewählten Workshop zu gehen und die Vorträge gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden anzuhören oder die Fachvorträge von zu Hause aus anzuhören und erst in der Mittagspause in den Workshop zu gehen.

 

Workshop 1:
Heute schon Angst gehabt?

Wir gehen davon aus, dass das Gefühl Angst im Hilfeprozess verbinden aber auch trennen kann. Angst entsteht oft unbewusst und scheint dennoch handlungsleitend sowohl für Fachkräfte als auch für Klient:innen. Wir möchten uns mit den Dynamiken von Angst innerhalb des Hilfeverlaufes beschäftigen.

Im Workshop laden wir dazu ein, über das, „was Angst macht“ zu sprechen und zwar aus den unterschiedlichen Perspektiven der Akteur: innen im Hilfesystem. Wir möchten beleuchten, wie Angst in Hilfeprozessen wirkt und nachwirkt und was es braucht, damit Angst im Hilfeprozess weniger als ein Hindernis und mehr als eine Chance wahrgenommen werden kann.

Katherina Eggers (DRK Bremen, Einrichtungsleitung der Erziehungshilfen)| Eva Gätjen (AfSD Casemanagement SZ 5) | Sophie Becker (DRK Familien Aktivierungs Management) | Antje Wiedemuth (AfSD Beratungsdienst Fremdplatzierung)

 

Workshop 2:
Deeskalationstraining - Grundhaltungen im Umgang mit herausfordernden Kindern / Jugendlichen in angespannten Situationen

Praxisnahe Auseinandersetzung für den Umgang mit angespannten/überfordernden Situationen in unserer Arbeit.

  • Ideen und Notwendigkeit, Kinder und Mitarbeiter: innen gemeinsam in Deeskalation mit einzubeziehen.
  • Was hilft, wenn nichts mehr hilft.

Uwe Lüke (Deeskalationstrainer, Leitung bei der Initiative für Kinder, Jugendliche und Familien) | Kai Kroos (Sozialarbeiter und Familienhelfer bei der Initiative für Kinder, Jugendliche und Familien) | Christian Eckert (AfSD Casemanagement SZ 5)

 

Workshop 3:
Plötzlich steht die Presse vor der Tür…

Es gibt Kinder und Jugendliche mit herausfordernden Verhaltensweisen. Im Kontext der Jugendhilfe nehmen sich Pädagog:innen dieser Kinder und Jugendlichen an. Im Umgang mit diesen jungen Menschen können die Fachkräfte an ihre Grenzen kommen. In der Folge kommt es zu Abbrüchen von Maßnahmen und Hausverboten in den verschiedensten Jugendhilfeeinrichtungen. Immer wieder stellen sich Träger aus ihrem Verantwortungsgefühl den jungen Menschen gegenüber dieser Herausforderung und nehmen das Risiko auf mit Kontroversen und negativen Schlagzeilen in die (Fach-)Öffentlichkeit zu geraten. Was löst es bei den Pädagog:innen aus, die täglich vor den Herausforderungen ihres Gruppenalltags stehen, wenn plötzlich die Medien auf sie schauen? Wie kann oder soll ein Einrichtungsträger damit umgehen? Und wie schützt man sich davor? 

Tobias Antweiler (Initiative für Kinder, Jugendliche und Familien Leitung Hilfen zur Erziehung intensivpädagogische Wohngruppe Feuerwache) | N.N.

 

Workshop 4:
Ein Kind ist niemals ein „Systemsprenger“! Oder wodurch geraten „Regeleinrichtungen“ in eine Überforderung?

Begriffsbestimmung durchgeführt von Prof. Dr. phil. Menno Baumann: Wie werde ich/oder was macht mich zum Hoch-Risiko Klienten:in? Die Frage nach der Indikation!

Was ist das „Intensive“ an der Intensivpädagogik? Ausblick und Ansätze für die Weiterentwicklung von stationären Hilfen in Bremen

Dirk Siebelts (AfSD, Referatsleitung SZ 5) | Daniela Hesselfeld (Intensivpädagogische Einrichtung Feuerwache)

 

Workshop 5:
Zwischen auffälligem Verhalten und normalen Auffälligkeiten

Auch Kinder und Jugendliche in intensivpädagogischen Wohngruppen haben ganz normale Probleme – sie reagieren nur anders auf diese. Was bedeutet dies für Mitarbeitende in den Wohngruppen, ihre pädagogische Haltung und den Alltag mit den Kindern und Jugendlichen?

Sophia Kuhlig (Intensivpädagogische Gruppe Port Nord) | Tjark Fein (AfSD Referatsleitung SZ 4)

 

Workshop 6:
"Die ist hier nicht mehr tragbar…wir müssen doch auch die anderen Kinder schützen!"

Zuspitzungen wie Abbrüche, Beendigungen und gegenseitige Schuldzuschreibungen in krisenhaften Verläufen von Betreuungen sind uns Fachkräften mehr als bekannt. Sprengen unsere Erwartungen aneinander und gegenüber den Klient: innen den Rahmen guter Zusammenarbeit? Wie und auf welcher Grundlage können wir eine vertrauensvolle Kooperation und Handlungsspielräume gestalten? Ein Workshop für Casemanager:innen des Jugendamtes, Mitarbeiter:innen aus Wohngruppen und (ehemalige) Klient:innen zu Haltungen, Konflikten und Erwartungen in verfahrenen Situationen.

Martina Zellmann (AfSD Beratungsdienst Fremdplatzierung) | Andi Martinovic (DRK Bremen, Pädagogische Leitung stationäre Erziehungshilfen)

 

Workshop 7:
Belastungen der Arbeit

Sowohl die Arbeit im stationären Setting, insbesondere mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Herausforderungen als auch die Arbeit im Casemanagement stellt für die betroffenen Fachkräfte eine Belastung dar, die an manchen Tagen bis an die Grenze des Aushaltbaren geht.

In dem Workshop sollen anhand der „best-practise“-Methode erfolgreiche Modelle zum Umgang mit Belastungen besprochen und deren Übertragung auf weitere Bereiche geprüft werden, um im Sinne des gegenseitigen Lernens bestmögliche Kooperationsstrukturen zu entwickeln, die der herausfordernden Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gerecht werden.

Rüdiger Riehm ( Stellv. Leiter St. Theresienhaus) | Kai Siebelmeyer (AfSD Referatsleitung SZ 1)

 

Workshop 8:
Den Alltag meistern: Erlernen von Alltagsfertigkeiten in stat. Einrichtungen

Welche Alltagsfertigkeiten benötigen junge Menschen heutzutage, um ihren Alltag meistern zu können? Wie können diese Fertigkeiten auch in der stationären Jugendhilfe erworben werden und wie können auch junge Menschen mit herausforderndem Verhalten von diesen profitieren? Welche Schwierigkeiten tauchen speziell bei dieser Klient: innengruppe immer wieder auf, wenn es darum geht, sie auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten? Welche zusätzlichen Bedarfe haben junge Menschen mit herausforderndem Verhalten eventuell auch in Bezug auf Alltagsfertigkeiten?

Valerie Kottmann (Hans-Wendt-Stiftung Leitung stationäre Einrichtungen) | N.N.

 

Workshop 9:
Arbeit mit der Herkunftsfamilie - Eltern als Ressource

Die Zusammenarbeit mit Eltern stellt viele Fachkräfte vor (immer neue) Herausforderungen. In diesem Workshop wollen wir uns mit Haltungen und Möglichkeiten in Bezug auf die Eltern befassen. Wie können Eltern „Trotz alledem“ in hilfreicher Weise einbezogen werden und einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung ihrer Kinder leisten? Neben einem kleinen theoretischen Input soll es auch um den fachlichen Austausch und das Entwickeln von Handlungsansätzen gehen.

Anke Willemer (PiB Elternberatung) | Stephanie Seeber (Reisende Werkschule Scholen e.V.) | Jörn Rabeneck (AfSD Referatsleitung SZ 5)

 

Workshop 10:
Hilf mir, meine Geschichte zu erzählen! Gelungene Übergänge knüpfen den roten Faden

Es kann eine enorme Sprengkraft entwickeln, wenn Bindungsabbrüche und (häufige) Wechsel, nicht in die eigene Biografie integriert und verarbeitet werden. Welche konkreten Formulierungen helfen, mit Kindern über ihre Geschichte und schwierige Ereignisse zu sprechen?

„Die Vergangenheit bestimmt niemals die Wirkung der Gegenwart. Die Gestaltung der Gegenwart bestimmt die Wirkung der Vergangenheit.“  (Gunther Schmidt).

Jennifer Carlé ( PiB Elternberatung Vollzeitpflege) | N.N.

 

Workshop 11:
Partizipation ermöglichen- Gelingende Kooperation im Helfer: innensystem schaffen

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Hilfeplanprozess ist gesetzlich klar definiert. Somit stellt sich nicht die Frage, ob wir partizipativ mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten, sondern wie Casemanagment und Mitarbeiter: innen der freien Träger diesen Auftrag gemeinsam voranbringen. Doch wie sieht die Praxis tatsächlich aus? Welchen Einfluss haben Machtverhältnisse, eigene Haltung zum Thema und Motivation?

Welche Erfahrungen und Herangehensweisen haben sich im Alltag bewährt? Was für Herausforderungen erleben wir als Helfer:innensystem sowohl in unserer Zusammenarbeit, als auch mit den Kindern und Jugendlichen. Liegen Standards vor und was braucht es noch konkret für ein gelingendes Zusammenwirken im Helfer: innensystem, um Partizipation der Kinder und Jugendlichen zu fördern? Dieser Workshop richtet sich an Casemanager :innen und dem Kolleg :innen der freien Träger.

Frau Schröter (Petri und Eichen, WG Villa Süd) | Herr Blischke Petri und Eichen (Petri und Eichen Conrad – Gruppe) | Adele Ihnen ( Fachdienst Amtsvormundschaft)

 

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