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Deutscher Kinder- und Jugendhilfepreis 2008 für VAJA e.V.

Bundesweite Auszeichnung für die aufsuchende Arbeit mit rechtsorientierten Jugendlichen in Bremen.
Im Rhythmus von zwei Jahren wird die auch als Hermine-Albers-Preis bekannte Auszeichnung von der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) verliehen. Zweck des Preises ist die Bekanntmachung innovativer Modelle, Konzepte bzw. Strategien aus der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe, die dieser neue Impulse geben sowie zu ihrer Weiterentwicklung beitragen. In diesem Jahr bekommt der Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit e.V. (www.vaja-bremen.de) diesen
angesehenen bundesweiten Preis für die Arbeit des Teams Akzeptierende Jugendarbeit mit rechten Cliquen nach dem selbst entwickelten Konzept Distanz(ierung) durch Integration.

Das Konzept Distanz(ierung) durch Integration ist aus einer kontinuierlichen Praxis-Wissenschaft-Kooperation zwischen VAJA und Prof. Kurt Möller (Hochschule Esslingen) entstanden und wird in diesem Rahmen fortlaufend weiterentwickelt. Die Kooperation wurde 2004 aufgenommen, um das bis dahin angewandte Konzept Akzeptierender Jugendarbeit auf Veränderungen in der Szenerie der rechtsextrem orientierten Jugendlichen und auf neue Anforderungen im Praxisfeld aufsuchender Jugendarbeit auszurichten. Die aufsuchende Arbeit nach Maßgabe des Konzepts versteht sich als interventiv, vor allem aber auch als präventiv wirkender Ansatz. Über das Schaffen von Zugehörigkeit, Partizipation und Anerkennung wird u.a. eine (Re)Integration rechtsextrem gefährdeter Jugendlicher in die gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhänge vor Ort angestrebt. Denn: Die Forschung belegt, dass weniger zu rechtsextremistischen und menschenfeindlichen Haltungen neigt, wer in den essentiellen Lebensbereichen wie u.a. Arbeit/Schule und Familie/Freundeskreis gut integriert ist.

Die aufsuchende Arbeit des Teams in verschiedenen Stadtteilen Bremens wurde dabei über einen Zeitraum von inzwischen fast vier Jahren evaluiert, was als Besonderheit gelten darf, da nach unserer Kenntnis keine vergleichbare prozessbegleitende wissenschaftliche Auswertung aus ähnlich gelagerten Projekten existiert. Als wesentliches Ergebnis der Evaluation ist festzuhalten, dass es dem Ansatz gelingt, eine Reduktion rechtsextremer und menschenfeindlicher Orientierungen bei den betreuten Jugendlichen (in unterschiedlichem Maße) herbei zu führen. Wichtige Erkenntnis ist außerdem, dass Erfolg und Nachhaltigkeit der Arbeit dabei nur
über die langfristige Begleitung der Jugendlichen abzusichern sind.
 
Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld in Höhe von 4000€ verbunden. Mit diesen Mitteln wird die
wissenschaftliche Begleitung bei VAJA unter einem veränderten Schwerpunkt fortgeführt: Zielsetzung soll sein, die konzeptionellen Grundlagen des prämierten Ansatzes auf die aufsuchende Arbeit mit Jugendlichen mit  Migrationshintergrund zu übertragen und auch dort ein integrationsfokussiertes Handeln zum Erfolg zu führen.
 
Ende der 1980er Jahre wurde Akzeptierende Jugendarbeit in und für Bremen als sozialpädagogischer Ansatz entwickelt und im Rahmen aufsuchender Jugendarbeit eingesetzt, um rechtsextreme Orientierungen Jugendlicher zu bearbeiten. Knapp zwanzig Jahre später wird dieser Ansatz vom 1992 gegründeten VAJA nicht nur weiterhin im Kontakt mit rechten Cliquen angewendet. Auch in der Arbeit mit u.a. jungen Punks und Jugendlichen mit Migrationshintergrund handeln die anderen VAJA-Teams nach den Grundsätzen Akzeptierender Jugendarbeit, zugeschnitten auf ihr jeweiliges Arbeitsfeld. Aus dem studentischen Projekt ist Bremens größter Träger für aufsuchende Jugendarbeit geworden, der sich zu einer festen Größe in der
Jugendhilfestruktur vor Ort entwickelt hat.
 
Ansprechpartner bei VAJA:
Dennis Rosenbaum
recl@vaja-bremen.de
0421 - 76266
Bremen, den 02.06.2008

 

 

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