Demokratie.digital.verteidigen!

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„In einer Zeit, in der digitale Medien einen immensen Einfluss auf unsere Demokratie, politische Bildung und gesellschaftliche Partizipation haben, sind gemeinsame Strategien gegen Verschwörungserzählungen, Desinformation und Hass im Netz von entscheidender Bedeutung“ – so ähnlich stand es 2019 im Antrag für das Projekt #future_fabric.

Im Dezember 2024 läuft die Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ aus und das Projekt endet.

Die Verbreitung von Verschwörungserzählungen und Fehlinformationen sind indes ebenso wie die Zunahme von Hass im digitalen Raum alarmierende Entwicklungen, die unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden.

Dieser Fachtag bringt Expert*innen und Interessierte aus politischer Bildung, Medienpädagogik und Demokratieförderung zusammen, um Methoden, Konzepte und Erfahrungen aus dem Projekt #future_fabric zu diskutieren und einen Blick in die Zukunft zu wagen: Wie können wir den Herausforderungen künftig begegnen? Und wie können wir die Widerstandsfähigkeit unserer Demokratie angesichts all dieser Bedrohungen stärken?

Das Programm

9:00 Uhr Begrüßung und Grußwort von Sarah Ryglewski, MdB, Staatsministerin beim Bundeskanzler

9:15 UhR RÜCKBLICK, EINBLICK, AUSBLICK: 4 JAHRE #FUTURE_FABRIC

Das #future_fabric-Team blickt zurück auf 4 Jahre Projektarbeit, teilt gewonnene Erkenntnisse und zieht ein Fazit für die künftige Verteidigung der digitalen Demokratie.

10:00 Uhr Vorträge 

Fakten verteidigen in Krisenzeiten 

Eine weltweite Pandemie, Krieg in der Ukraine und in Gaza, Klimawandel – Krisen wie diese bieten einen fruchtbaren Boden für Hass und Desinformation. Immer stärker gerät ein faktenbasierter Diskurs aus dem Blick, insbesondere in Sozialen Netzwerken.

Der Unterschied zwischen Fakt und Meinung verschwimmt in der Wahrnehmung vieler Menschen. Dagegen arbeiten Faktencheck-Organisationen wie CORRECTIV an.

Die Journalistin Alice Echtermann, Leiterin des Faktencheck-Teams bei CORRECTIV, erklärt, welche Narrative der Desinformation aktuell verbreitet werden, welche Akteure dahinter stecken und wie wir uns als Gesellschaft schützen können

Referent*in: Alice Echtermann (CORREKTIV

Ist die Demokratie (digital) noch zu retten?

Unsere Demokratie steht unter Druck. Nicht zuletzt durch die digitalen Angriffe von (rechten) Populist*innen und Extremist*innen. Sie besetzen digitale Räume als erste und erzielen dort mit ihren Themen und Narrativen – unter anderem auf TikTok – Millionen-Reichweiten.

Doch die Demokratie ist wehrhaft, seit einigen Wochen gibt es immer mehr Accounts demokratischer Akteur*innen, die den Raum zurückerobern: Vom @TeamBundeskanzler bis #reclaim-TikTok Wie können auch demokratische Inhalte viral gehen?

Der Politikberater Martin Fuchs wirft einen Blick auf Strategien für die Verteidigung der Demokratie und erklärt was noch passieren muss, damit prodemokratische Erzählungen sichtbar werden und die Demokratie auch digital wehrhaft bleibt.

Referent: Martin Fuchs |berät Regierungen, Parlamente, Parteien und Verwaltungen in digitaler Kommunikation, Dozent für politische Kommunikation an verschiedenen Hochschulen

 

12:45 Uhr Mittagessen

14:00 Uhr Workshops

Debunk [1] Komplexitätsreduktion – Verschwörungserzählungen gestärkt begegnen

Die Vereinfachung komplexer Realitäten erscheint attraktiv und sinnstiftend, wenn traditionelle Deutungsmuster scheinbar nicht mehr greifen. Umso wichtiger ist es, im Themenfeld eine Sensibilität zu entwickeln, um Verschwörungsideolog*innen und ihren menschenfeindlichen Thesen gestärkt begegnen zu können. Dazu greift der Workshop zunächst die zentrale Bedeutung von Desinformationen und Fake Facts auf und versucht die Attraktivität von Verschwörungserzählungen zu begreifen. Der Fokus des Workshops liegt dann darauf, gemeinsam Handlungsmöglichkeiten anhand verschiedener Tools und Methoden praxisnah zu erproben. 

[1] To debunk sth. (engl.) lässt sich sowohl als Entlarven von Mythen und Desinformationen übersetzen als auch als „etwas den Zauber nehmen“.

Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus im Land Bremen (mbt)

Macht Medien! Eine Ausstellung als Lernort für Medienkompetenz

Macht Medien! ist eine Wanderausstellung, die von WESER-KURIER und #future_fabric gemeinsam MIT Jugendlichen FÜR Jugendliche auf die Beine gestellt wurde: Welche Auswirkungen haben Desinformationen auf unsere Gesellschaft? Wie lässt sich die Qualität einer Nachricht einschätzen? Welche Rolle spielen klassische Medien für unsere Demokratie und warum ist Pressefreiheit so wichtig? Die Teilnehmer*innen des Workshops erkunden die interaktiven Stationen und bekommen spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Ausstellung und das pädagogische Begleitmaterial.

Moritz Vandreier (WESER-KURIER) und Barbara Westhof (ServiceBureau Jugendinformation)

„Wo ist Romi?“ – medienpädagogisch gegen Rechts 

Romi, Lisa, Mo, Kim und Fred sind unzertrennlich. Doch langsam verändert sich Romi, sie ist nicht mehr erreichbar und etwas scheint passiert zu sein. Deine Mission: Hilf den Vieren bei der Suche. Unsere interaktive Website www.wo-ist-romi.de ist konzipiert für die pädagogische Praxis. Spielerisch informiert sie junge Menschen über die Neue Rechte. Diese Szene gibt sich modern und jugendnah. Ihre Aktivist:innen sind digital gut vernetzt und in der Social Media-Welt präsent. Doch ihre Inhalte und Ziele sind nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Die Profile der Rechten sind unterschiedlich gestaltet. Sie werden gezielt eingesetzt, um für ihre menschenverachtende Politik zu werben, ohne diese immer eindeutig zu benennen - das ist ein Problem.

In dem Workshop wollen wir in die Website und das dafür entwickelte Bildungsmaterial einführen und gemeinsam herausfinden, wie es in eure pädagogischen Settings passen könnte.

Modellprojekt PRISMA, Hamburg

16:00 Uhr Firewall

Abschließende Diskussion: Wie können wir unsere Demokratie digital verteidigen?

 


Zielgruppe: Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte aus den Bereichen politische Bildung, Medienpädagogik, Jugendarbeit, Lehrkräfte, Forscher*innen sowie alle, die sich für den Einsatz digitaler Medien im Kontext von Demokratie und Bildung interessieren.

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