Anti-Virus-Programm - 15. Mediensucht Fachtag

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Jugend - Digitalisierung - Corona

Digitale Medien spielen in der Corona-Pandemie und vor allem in Lockdown-Zeiten eine große Rolle. Sie sind gewissermaßen Teil des Antivirus-Programms und boten insbesondere auch Jugendlichen Möglichkeiten des Lernens sowie der Freizeit- und Beziehungsgestaltung trotz Kontaktbeschränkungen.

Die Digitalisierung von Schule und Jugendarbeit wurde in großen Schritten vorangebracht. Dennoch können digitale Angebote die fehlenden Kontakte sowohl zu peers als auch zu Pädagog*innen und die analogen Freizeitaktivitäten nicht ersetzen und viele Jugendliche hatten unter der Situation sehr zu leiden.

Auf dem diesjährigen Fachtag Mediensucht fragen wir nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Jugendliche und nach den Veränderungen in Schule, Jugendarbeit und Hilfesystem.

Auf der Grundlage verschiedener fachlicher Inputs am Vormittag werden wir am Nachmittag in offenen Werkstätten Erfahrungen und Expertisen zusammentragen: Wie gehen wir als pädagogische Fachkräfte mit den Herausforderungen und Veränderungen um? Was braucht es jetzt, um eine gesunde Entwicklung Jugendlicher zu fördern?

9:00 Uhr Begrüßung

Schüler*innen von der Oberschule an der Koblenzer Straße und dem Kippenberg Gymnasium berichten über ihre Erfahrung in der Corona- Pandemie.

Ab 9:30 Uhr Vorträge:

I. Die Covid-19-Pandemie hat die Kindheit und Jugend verändert - nur wie? Ergebnisse aus der KiCo und JuCo-Studie
Prof. Wolfgang Schröer, Universität Hildesheim

Die Covid-19-Pandemie hat nicht nur in das Freizeitverhalten der jungen Menschen eingegriffen, sondern 2020 und 2021 die Kindheit und Jugend der jungen Menschen in Deutschland strukturell verändert. Junge Menschen haben diese Herausforderungen angenommen, neue Belastungen kennengelernt und fühlten sich gleichzeitig wenig wahrgenommen. Die Frage, die sich jetzt im Spätsommer 2021 stellt ist, was lernen wir für die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe aus und mit den Erfahrungen der jungen Menschen während Covid-19.

II. Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
Frank Forstreuter, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und –psychosomatik am Klinikum Bremen-Ost

Die psychischen Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche sind in aller Munde. Erste Studienergebnisse hierzu liegen vor und sollen kurz dargestellt werden, beziehen sich aber immer auf Zeiträume, die durch die rasanten Veränderungen im Rahmen der Pandemie von den aktuellen Realitäten längst eingeholt worden sind. Daher soll der Fokus auch auf den aktuellen Versorgungsrealitäten im klinisch und außerklinischen Kontext liegen. Dabei wird es um verschiedene Häufungen von Auffälligkeiten gehen, die sich auch überregional in der Kinder- und Jugendpsychiatrie abbilden, und die sich grob in drei Kategorien unterteilen lassen: „die Sichtbaren“, „die (noch) Unsichtbaren“ und „die Maskierten“.

III. Aufwachsen in entgrenzten und hybriden Medienwelten – Anforderungen an Jugendliche und Jugendarbeit.
Professorin Dr. Angela Tillmann | Professorin für Kultur- und Medienpädagogik am Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der TH Köln

Selbstpositionierung, Verselbständigung und Qualifizierung – das sind laut dem 15. Kinder- und Jugendbericht 2017 die zentralen Herausforderungen des Jugendalters, die auch digital bearbeitet werden. Dies aber noch nicht von allen Jugendlichen gleichermaßen, wie die Corona-Pandemie zeigt. Gründe dafür finden sich sowohl in der unzureichenden digitalen Infrastruktur als auch bei fehlenden Kompetenzen. Dabei gilt es nicht nur den Blick auf Jugendliche als Schüler*innen zu richten, die ihr Lernpensum aus den genannten Gründen nicht einhalten können. Die Jugendzeit ist mehr als eine Qualifizierungsphase, sie ist v.a. auch eine Zeit der Identitätsfindung, Erprobung und Verselbständigung, die nicht nur im digitalen Raum, sondern in hybriden On/Offline-Räumen und unter Peers ausgestaltet wird. Es ist eine sinnliche, körperliche und lustvolle Zeit. Die Pandemie-Zeit stellt daher hohe Anforderungen an Jugendliche. Hier kommt der Jugendarbeit als ergänzender Bildungsbereich in der Freizeit von Kindern und Jugendlichen eine wichtige Aufgabe zu. Um ihrer Aufgabe auch in Pandemie-Zeiten weiterhin nachkommen zu können, hat sie in den letzten Monaten zahlreiche neue Wege beschritten – digitale Werkzeuge, Methoden und Konzepte erprobt. Diskutiert werden soll, welche Perspektiven sich aus den bisherigen Erfahrungen für eine hybride-ganzheitliche Jugendarbeit ableiten lassen.

13:00 Uhr Mittagspause

Ab 14:00 Uhr Werkstätten

In offenen Werkstätten wollen wir uns über die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in der Arbeit mit Jugendlichen austauschen und mit kreativen Methoden an verschiedenen Lösungen arbeiten, wie Jugendliche in der analogen und digitalen Welt gefördert und gestärkt werden können.

17:00 Uhr Ende

 


Derzeit ist der Fachtag als Präsenzveranstaltung geplant. Natürlich passen wir den Fachtag gegebenenfalls an die aktuellen Gegebenheiten und Vorgaben an.


Die Veranstaltung wird gemeinsam vom ServiceBureau Jugendinformation, Landesinstitut für Schule (Referat Gesundheit und Suchtprävention) und dem Regionale Beratungs- und Unterstützungszentren (​ReBUZ) Bremen durchgeführt.
Wir bedanken uns bei der Bremischen Landesmedienanstalt für die Unterstützung.

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