Let’s connect: Antisemitismuskritik, Rassismuskritik, Empowerment
Eine 4-modulige Fortbildung von September 2026 bis März 2027
Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen sind geprägt durch soziale Kürzungen, rechte Wahlerfolge und tägliche antisemitische, rassistische und queerfeindliche Vorfälle. All das hinterlässt Spuren.
Immer mehr Menschen berichten von Überforderung, Erschöpfung oder einem Gefühl von Ohnmacht. Diesen Eindruck nehmen wir ernst. Aus persönlicher und professioneller Erfahrung wissen wir, wie stärkend Räume sein können, in denen jenseits von Alltagspflichten und To-do-Listen gemeinsames Nachdenken, Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen neuer Perspektiven möglich sind. Einen solchen Raum möchten wir mit Let’s connect anbieten.
Die Fortbildung richtet sich an:
- Alle Menschen aus Initiativen, Vereinen und Organisationen, die ihre Praxis solidarisch und diskriminierungskritisch gestalten möchten.
- Alle Menschen aus pädagogischen, sozialen, therapeutischen und kulturellen Bereichen sowie aus betrieblichen Arbeitsfeldern.
- Alle Menschen mit Antisemitismus- und Rassismuserfahrungen (BIPoC, Juden_Jüdinnen, Migrant_innen…), die erkunden möchten, was Empowerment in diesen Zeiten bedeuten kann.
- alle weißen Deutschen, die ihre soziale Position reflektieren und erproben wollen, wie Solidarität in diesen Zeiten gelebt werden kann.
Inhalte der Fortbildung
Let’s connect lädt dazu ein, eigene Erfahrungen in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang einzuordnen, zu reflektieren und neue Perspektiven für solidarisches Handeln zu entwickeln. Dafür widmen wir uns unter anderem folgenden Fragen:
- Was bedeuten Antisemitismus und Rassismus? Wo unterscheiden sie sich und wo überschneiden sie sich? Wie sind sie mit sozialen Ungleichheiten verflochten?
- Wie können wir - als Betroffene von Rassismus, Antisemitismus und rechter Gewalt - uns gegenseitig unterstützen und empowern?
- Wie können wir Menschen, die Rassismus und/oder Antisemitismus erfahren, im Betrieb, in der Einrichtung oder am Ausbildungsplatz gut unterstützen?
- Wie können wir Kritik an diskriminierenden Handlungen so äußern und annehmen, dass sie Veränderung ermöglicht? Was unterstützt uns im Umgang mit Scham und Abwehr?
- Wie tragen Antisemitismus, Rassismus und Kapitalismus zu Erfahrungen von Erschöpfung, Überforderung oder Ohnmacht bei? Wie können wir damit umgehen?
- Welche Formen der Solidarität tragen uns? Welche Visionen einer gerechten Gesellschaft machen uns handlungsfähig?
Unsere Arbeitsweise
Unsere Ansätze konzentrieren sich auf die Entwicklung von Reflexions- und Handlungsstrategien und auf die Stärkung von solidarischen Bündnissen. Hierfür arbeiten wir mit vielfältigen Methoden der politischen und demokratischen Bildung. Eine wichtige Rolle spielen Konzepte aus der Empowermentpraxis und der kritischen Reflexion von weiß-Deutschsein.
Wir vertreten ein ganzheitliches Lernverständnis. Durchgehend bieten wir auch theaterpädagogische und somatische Übungen an. Damit laden wir Teilnehmende ein, Körper, Empfindungen und Emotionen als Teil von demokratischen Lernprozessen und Solidarität ernst zu nehmen.
Emanzipatorisches Lernen klappt selten unter Leistungsdruck. Deshalb machen wir bewusst Anregungen zum Verlangsamen und gemeinsamen Innehalten.
Vorläufiges Programm:
Modul I (4.–6. September 2026): Rassismen als alltägliche, strukturelle und globale Probleme im Zusammenhang mit Antisemitismus
Modul II (6.–8. November 2026): Antisemitismen als alltägliche, strukturelle und globale Probleme im Zusammenhang mit Rassismus
Modul III (11.–13. Dezember 2026) : Resonanz-Räume für Empowerment und für kritische Auseinandersetzung mit weiß-Deutsch- und nicht-Jüdisch-Sein
Modul IV (5.–7. März 2027): Von der Reflexion in die Praxis und zurück
Die Module beginnen am Freitag um 15 Uhr und enden am Sonntag um 15 Uhr.
Die Module bauen aufeinander auf. Sie sind nur zusammen buchbar. Zwischen den Modulen ist Austausch in Peer-Gruppen vorgesehen.
Voraussetzungen:
- Offenheit für Selbstreflexion und gemeinsames Lernen
- Bereitschaft, Verantwortung für die eigenen Lernprozesse zu übernehmen
- Geduld und Wohlwollen mit sich und anderen
Vorwissen ist nicht nötig.
Referent*innen:
Samuel Njiki Njiki, Eden Voulgaridou, Kiana Ghaffarizad und Tobias Linnemann: Vier Teamer_innen mit und ohne gelebte Erfahrungen von Rassismus, Antisemitismus, Weißsein, Goysein, Jüdischsein und mit jahrelanger Erfahrung in der politischen Bildung und pädagogischen Arbeit.
Kosten:
Für den Teilnahmebeitrag bieten wir eine Preisstaffelung an. Die Preise verstehen sich inkl. Vollverpflegung (4 Mahlzeiten) und Übernachtung im Doppelzimmer für insgesamt 12 Fortbildungstage.
Einzelzimmer sind zum Aufpreis von 100 € möglich.
- Übernahme durch Arbeitgeber*innen: 950 €
- Selbstzahler*innen: 550 - 750 €
- Soli-Preis für Menschen, die das brauchen: 250 €
- Zudem gibt es zwei kostenlose Plätze für Personen mit Antisemitismus- und/oder Rassismuserfahrungen.
Gerechnet mit dem Höchstsatz von 950 € belaufen sich die Kosten pro Fortbildungstag auf 79,20 € für Unterkunft, Verpflegung, Materialen und Honorare für die 4 Referent*innen.
Zur Kostentransparenz: Unsere Preisstaffelung basiert auf dem Anliegen, die Fortbildung möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Tatsächlich können wir sie jedoch erst realisieren, wenn mindestens 14 Teilnehmer*innen einen Beitrag von durchschnittlich 700 Euro zahlen. Die höheren Beitragsstufen sind daher keine symbolische Unterstützung, sondern eine wichtige Voraussetzung, damit die Weiterbildung stattfinden kann. Wir bitten alle daher herzlich, dies bei der Wahl des Teilnahmebeitrags zu berücksichtigen.
Insgesamt gilt : Am Geld soll es nicht scheitern. Für individuelle Absprachen ist Samuel Njiki Njiki im LidiceHaus gern ansprechbar (Mail).
Veranstaltungsdetails
Termin
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4.9.26 15:00 Uhr
Ort
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Jugendbildungsstätte LidiceHaus
Weg zum Krähenberg 33a
28201 Bremen
Kosten
- 950 Euro
